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EDP - Datenbasierte Energiewende vorantreiben

Offene Daten Energie

06/11/2018

8 min. Lesezeit

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Für Beobachter des Energiesektors, u. a. Umweltaktivisten und Entscheidungsträger, steht Portugal für eine Art Energiewunder. Mehrmals konnte das Land 2017 und 2018 seinen Strombedarf zu 100 % ausschließlich durch erneuerbare Energien abdecken. Während manche der Meinung waren, diese Ambitionen seien nicht umzusetzen, konnte Portugal das Gegenteil beweisen.

EDP (Energias de Portugal), Portugals wichtigster Energieerzeuger, hat bei der Energiewende des Landes eine sehr wichtige Rolle gespielt. Anfang 2000 traf Portugal bewusst die Entscheidung, seine Produktion erneuerbarer Energien drastisch zu steigern und setzte sich als Ziel, 80 % des Stroms bis 2030 aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Seitdem hat EDP hart daran gearbeitet und sich dafür eingesetzt, auch weltweit eine Energiekapazität zu erreichen, die bis 2020 zu 76 % aus erneuerbaren Energien sichergestellt wird. Noch 2005 stellten erneuerbare Energien lediglich 16 % der gesamten Stromproduktion dar. Heute werden 42 % des Stroms in Portugal durch erneuerbare Energien generiert, wobei die Zahl oftmals sogar auf über 60 % steigt. 21 % des Stroms wird aus Windkraft gewonnen. Durch diese Bemühungen sind die CO2-Emissionen in Portugal langsam gesunken, nachdem sie 2002 ihren Höhepunkt erreichten. Das bedeutet auch gute Nachrichten für den Klimaschutz, wo sich ganze Nationen mit Nachdruck dafür einsetzen, die schädlichen Treibhausgase zu reduzieren.

Während Politiker die Energiewende einleiteten, übernahm EDP beim Wandel dieses Sektors eine führende Rolle. In 16 Ländern vertreten, hat sich das Unternehmen für Innovation und Nachhaltigkeit im Energiebereich eingesetzt und ist nun der viertgrößte Windenergieerzeuger weltweit. EDP hat jedoch verstanden, dass zur Umsetzung der EnergiewendeZusammenarbeit und Informationsaustausch erforderlich sind.

Chancen für Akteure im Energiesektor schaffen

EDP ist mit einer neuen Herausforderung konfrontiert, die sich durch die starke Marktdurchdringung der erneuerbaren Energien auszeichnet: Fluktuation. Produktionen, die auf erneuerbare Energien als Quelle angewiesen sind, lassen sich nicht planen, da Energiemanager keine Kontrolle über Wind und Sonne haben, wodurch erneuerbare Energien sich schwerer beherrschen lassen als konventionelle und umweltschädliche Energieträger. Das Stromnetz von heute, so die Erklärung von Robert Fares, wurde vor dem Hintergrund entwickelt, die Stromerzeugung steuern zu können, um die richtige Menge Strom zur richtigen Zeit zu produzieren und die Nachfrage bei gleichzeitig begrenzter Speichermöglichkeit zu erfüllen. Deshalb suchen Betreiber von Energieanlagen nach Zukunftstechnologien, um die Verbreitung erneuerbarer Energien weltweit zu vereinfachen und den Betrieb sowie die Koordination und Verlässlichkeit der Anlagen zu verbessern.

Genau hier können offene Daten helfen. EDP hat in dieser Herausforderung eine Chance gesehen, um eine neue Community zu bilden, die gemeinsam neue Lösungen entwickelt. Mit der Open Data Initiative von EDP werden Communitys von Akademikern, Forschern und anderen Interessengruppen im Energiesektor wichtige Ressourcen geboten. Durch den Datenaustausch kann die Community als Ganzes von einem größeren Wissen über den Energiesektor profitieren. Diese Ressourcen können ebenfalls dazu beitragen, die Innovationskraft der Community anzutreiben, um sich so den Herausforderungen von morgen stellen zu können.

Hacking the Wind

EDP setzt sich für einen offenen Innovationsansatz ein. Das Unternehmen arbeitet an engeren Beziehungen zu Kunden und Partnern und beschloss, ein neues Datenportal einzuführen. Die Lancierung fand im Rahmen des Events Wind Europe statt; der größten Konferenz im Bereich der Windenergie. Gleichzeitig wurde der Hackathron "Hack the Wind" zusammen mit KIC InnoEnergy veranstaltet, um nach neuen Lösungen für Betriebsprobleme zu suchen, die sich auf die Windturbinen auswirken. Im Anschluss wurde das Portal offen gelassen und wird in Zukunft noch mehr Daten aus anderen Geschäftsbereichen integrieren.

Den Worten von Antonio Vidigal, CEO von EDP Inovação zufolge „bieten wir Nutzern mit dem Zugang zu unseren Daten die Möglichkeit, diese für sich und auf ihre Weise frei weiterzuverwenden und herausragende Lösungen für die Probleme der Energiebranche anzubieten.“ Im Grunde hofft EDP, sich die kollektive Intelligenz ihrer Community zu Nutze machen zu können. Sie reagieren auf die Weiterverwendung der Daten der Tech Community, bieten Daten für akademische oder Startup-Projekte im Energiesektor, Ressourcen für die wissenschaftliche Community und treiben die Entwicklung neuer Tools und Lösungen mit einer KI-Komponente an. „Wir erhoffen uns, Menschen dazu anzuregen, aus diesen Daten einen Wert schöpfen zu können, Einblicke zu teilen, Kenntnisse zu verbessern und mit uns Teil des fortlaufenden Wandels im Energiesektor zu sein”, erklärt Antonio Vidigal.

Während das Portal von EDP auf dem Event "Hack the Wind" in Deutschland vorgestellt wurde, lädt das Portal bereits Nutzer zur Teilnahme an einer Produktionsprognose für Sonnenenergie ein. EDP verwendet das Portal nicht nur zum Hosten von Daten, sondern auch als Herausforderung für seine Community außerhalb organisierter Events: sie soll sehen, was möglich ist. Das Portal ist ein Beleg für seinen kollaborativen Ansatz und zeigt, wie zwischen Communitys und großen Unternehmen Brücken gebaut werden können.

open data im energiesektor

In anderen Bereichen haben offene Innovationsansätze bereits den Weg für neue Ansätze bei industriellen Herausforderungen geebnet. Beispielsweise hat eine Data Challenge im Transportwesen der französischen. Stadt Rennes neue Lösungen hervorgebracht, um das Transportnetz zugänglicher zu machen. Im französischen. Energiesektor hat ENGIE France Renewable Energy erfolgreich ein ähnliches Open Data-Projekt geleitet. Im Bemühen um neue Lösungen für ihre eigenen lokalen Energieanforderungen teilten sie einen Open Dataset für eine Data Challenge im Zusammenhang mit dem Betrieb von Windparks in Zusammenarbeit mit der Ecole Normale Supérieure. Vor diesem Hintergrund hat ENGIE seine Fähigkeit gezeigt, Lösungen für maschinelles Lernen integrieren zu können, um Windturbinen zu ermitteln, die mit ihrer Leistung hinter die Erwartungen zurückfallen, und die Ursache dieser Mängel zu finden.

Besseres Data Sharing in der Entwicklung von Intelligenten Stromnetzen

EDP arbeitet hart an der Entwicklung eines offenen Innovationsprozesses, um das nächste Kapitel der Energiewende in Portugal aufzuschlagen. Während die Installation einer physischen Infrastruktur von entscheidender Bedeutung ist, reicht sie jedoch nicht aus, bestimmte Herausforderungen zu überwinden, die sich aus der Natur selbst von erneuerbaren Energien ergeben. EDP hat deutlich verstanden, dass Zusammenarbeit unabdingbar ist, wenn es darum geht, für die Energie von morgen zu sorgen. Durch den Austausch von Informationen werden sie in der Lage sein, weitere allgemeine Kenntnisse über das Energiesystem zu gewinnen. Ihr neues Portal wird hierbei eine wichtige Rolle spielen, die Energiewende voranzutreiben – und vielleicht sogar im weiteren Sinne – in einem weltweiten Kontext.

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